Hinweis: Dieser Beitrag erschien ursprünglich im April 2024.
Meine Schwestern, ihre Partner, mein Neffe und ich hatten uns neulich mal wieder bei meinen Eltern eingefunden. Möbelrücken stand an und Omas Geburtstag wollten wir auch nachfeiern. Natürlich war ich mit Kamera da. 😎
Nachdem ich die Familienfotos fertig bearbeitet hatte, stand ich wieder vor der alten Frage: Wie bekommen jetzt auch alle anderen die Fotos am einfachsten? Welche App eignet sich dafür besonders?
Als Familienfotografin kenne ich das Dilemma nur zu gut! Nicht nur meine privaten Familienfotos, sondern auch die Bilder von Familien-Fotosessions landen am Ende oft in verschiedenen WhatsApp-Gruppen. Deshalb wollte ich endlich herausfinden, ob es nicht eine bessere Lösung gibt.
Ich habe mich ein bisschen umgeschaut und 3 Apps getestet, mit denen es kinderleicht ist, Fotos mit der Familie zu teilen.
Warum eine eigene App installieren, um Fotos mit der Familie zu teilen?
Jetzt denkst du vielleicht: „Ich kann die Bilder doch einfach per WhatsApp schicken. Warum soll ich noch eine weitere App installieren, um Bilder zu teilen?“
Gute Frage! Ich schicke Fotos bisher auch immer per WhatsApp. Aber seit meinem kleinen Test sind mir ein paar Nachteile dabei aufgefallen:
Wie du siehst, ist die Liste an Nachteilen relativ lang. Aber diese Probleme werden von speziellen Fotosharing-Apps für Familien gelöst – je nach App mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Wie funktionieren Apps, um Fotos mit der Familie zu teilen?

Das Grundprinzip ist bei allen getesteten Apps dasselbe: Es wird ein Fotoalbum angelegt, dort kommen die Fotos rein und alle eingeladenen Personen haben dann Zugriff auf dieses Album.
Ein wenig ausführlicher läuft das wie folgt ab:
Bestimmte Familienmitglieder – in der Regel die Eltern/Sorgeberechtigten – sind die Admins des Fotoalbums. Das heißt, sie legen das Fotoalbum an und verwalten die Zugriffsrechte für alle Album-Mitglieder.
Die Admins laden andere Personen zum Album ein (per Zugangscode, E-Mail oder QR-Code). Je nach App funktioniert dies ein wenig unterschiedlich. Der springende Punkt ist: Nur Eingeladene haben tatsächlich Zugriff auf die Fotos.
Alle Album-Mitglieder können die Fotos betrachten und je nach Zugriffsrechten weitere Funktionen nutzen (z. B. Fotos selbst hochladen, Fotos runterladen, löschen, kommentieren).
Hört sich gut an, oder? 3 Fotosharing-Apps stelle ich dir jetzt genauer vor. Alle drei sind sowohl für iOS als auch Android verfügbar.
FamilyAlbum: Die umfassende Lösung

FamilyAlbum, eine japanische App der Firma MIXI, Inc., kommt mit vielen Funktionen und kostenfreiem Speicher daher, hat aber auch ein paar Kritikpunkte.
Ersteinrichtung/Onboarding
Bei der Ersteinrichtung von FamilyAlbum kannst du entweder ein neues Album anlegen oder deinen Einladungscode für ein Album eingeben.
Dann wirst du nach der Beziehung zum Kind gefragt. Hier geht es darum, dass nur Personen mit Eltern/Sorgeberechtigte-Status die Einladungen an weitere Personen senden können.
Schließlich wirst du noch nach Namen und Geburtsdatum des Kindes/der Kinder gefragt. Der Name wird der Album-Name und das Geburtsdatum wird benutzt, um das Alter des Kindes anzuzeigen. Das Geburtsdatum ist keine Pflichtangabe. Der Name leider schon, aber hier kannst du natürlich auch einfach nur einen Buchstaben o. Ä. angeben.
Ordnerstruktur und Zugriffsrechte
Es gibt nur ein einziges Album, egal, wie viele Kinder du eingetragen hast. Alle hochgeladenen Fotos werden dann automatisch nach Jahr und Monat sortiert. Eine andere Sortiermöglichkeit gibt es nicht.
Nicht-Sorgeberechtigte kannst du entweder zur Desktop- oder zur App-Version einladen. Beide Varianten können nur genutzt werden, wenn dieselbe Person zwei verschiedene Konten hat. Das gilt auch für Eltern/Sorgeberechtigte, was ich persönlich sehr unglücklich gelöst finde.
Trotzdem ist die Desktop-Version praktisch für alle Familienmitglieder ohne Smartphone. Allerdings hat sie weniger Funktionen, z. B. können keine Fotos hochgeladen werden.
Folgende Zugriffsrechte gibt es in der kostenfreien Variante:
Funktionen, Bedienung
Ich fand die Bedienung der Album-Seite zunächst ein bisschen gewöhnungsbedürftig: Es gibt keinen richtigen „Zurück“-Button, mit dem schnell die Jahresübersicht aufgerufen werden kann. Dafür ist immer ein kleiner Umweg über die „Album-“ und „Grid“-Buttons nötig. Sobald ich das verstanden hatte, war es auch klar. Aber meines Erachtens erschließt sich dieses Prinzip nicht sofort.
Welche Funktionen gibt es sonst noch?
Ein großer Kritikpunkt ist für mich, dass nicht mehrere Fotos gleichzeitig heruntergeladen oder gelöscht werden können.
Extras, Besonderheiten
Die FamilyAlbum-App hat einen angebundenen Shop, in dem du Fotoabzüge, Fotobücher, Kalender und DVDs bestellen kannst. ABER alle Produkte werden aus Japan versendet und damit ist das eine relativ überflüssige Funktion.
Ansonsten gibt es noch ein Widget für den Smartphone-Startbildschirm, das alle 5 Minuten ein anderes Foto zeigt. Und für diverse Android-Geräte kann ein Bildschirmschoner während des Handy-Aufladens eingestellt werden.
Kosten
Die FamilyAlbum-App gibt es in der kostenlosen Version mit unbegrenztem Speicherplatz.
Viele Extras sind erst in den beiden kostenpflichtigen Premium-Versionen ab 4,49 € pro Monat erhältlich, z. B. Slideshows, benutzerdefinierte Zugriffsverwaltung für einzelne Fotos (anhand benutzerdefinierter Gruppen), Fotos vom Desktop aus hochladen, einzelne Personenseiten, Videos mit Mindestlänge von 3 Minuten hochladen.
Datenschutz, Support
Richtig gut gefallen mir das Onboarding und die ausführlichen Erläuterungen zu einzelnen Funktionen, sowohl in der FamilyAlbum-App als auch im Handbuch auf der Website. Hier gibt es eine umfangreiche Dokumentation, auch zum Datenschutz (allerdings ist gerade letzteres nicht unbedingt transparent bzgl. genutzter Dienste).
Positiv ist auch, dass keine Werbung Dritter in der App geschaltet wird.
Pros und cons auf einen Blick
Celebrate: Die bedienungsfreundliche Wahl

Celebrate, eine deutsche App, ist eine übersichtliche und bedienungsfreundliche Option. Diese FamilyAlbum-Alternative bietet unbegrenzten Speicherplatz für Fotos in Originalqualität, hat aber keine Desktop-Version.
Ersteinrichtung/Onboarding
Die Ersteinrichtung startet wie bei der FamilyAlbum-App: Entweder du erstellst ein Album oder loggst dich per Album-Code ein. Das war es auch schon.
Ordnerstruktur und Zugriffsrechte
Die Ordnerstruktur funktioniert ein wenig anders im Vergleich zu FamilyAlbum: Hier werden die Fotos nicht automatisch nach Jahr und Monaten sortiert, sondern du legst selbst Alben an. So kannst du z. B. auch Alben über Personen, bestimmte Ereignisse oder den letzten Urlaub einrichten.
Die Zugriffsverwaltung wie auch sonstige Einstellungen legst du dann pro Album neu fest. Das hat den Vorteil, sehr individuell zu entscheiden, wer welche Fotos sehen kann. Andererseits bedeutet es je nach Ordnerstruktur auch mehr Verwaltungsaufwand, da du eben pro Album alle einladen musst, die das Album sehen dürfen/sollen.
Ebenfalls wichtig zu wissen: Alle Funktionen stehen automatisch allen Album-Mitgliedern zur Verfügung (z. B. Fotos hochladen, kommentieren, löschen). Nur der Download kann von den Admins für Eingeladene deaktiviert werden.
Funktionen, Bedienung
Die Bedienung finde ich intuitiv, sobald das Prinzip klar ist (Verwaltung pro Album). Weitere Funktionen:
Extras, Besonderheiten
Es gibt drei Besonderheiten: Erstens werden die Fotos in Originalqualität hochgeladen, was natürlich toll ist.
Zweitens kannst du ein automatisch erstelltes Express-Fotobuch direkt aus der App bestellen. Das Fotobuch wird dann von der unternehmenseigenen Druckerei produziert (zur Unternehmensgruppe gehören bspw. auch noch die kartenmacherei, mintkind und Atelier Rosemood).
Die Fotobuch-Funktion ist nett, aber ich persönlich finde sie nicht besonders komfortabel. Denn das Fotobuch wird zunächst automatisch gefüllt. Du kannst es zwar anschließend manuell bearbeiten, aber im Prinzip fängst du dann wieder von vorn an, wenn du bestimmte Vorstellungen hast.
Es gibt drei Fotobuch-Formate, Text kann nur an vordefinierten Stellen hinzugefügt werden, Schriftarten können nicht geändert werden, die Layout-Optionen sind stark eingeschränkt, es gibt keine Cover-Optionen und es sind mindestens 50 Fotos für die Erstellung nötig. Express-Fotobuch ist daher ein treffender Produktname.
Schließlich gibt es noch den praktischen Web-Uploader. Somit kannst du direkt vom Desktop aus Fotos hochladen. Schade ist aber, dass die Fotos dann nicht auch auf dem Desktop betrachtet werden können. Somit benötigen alle Album-Mitglieder ein Smartphone, um die Fotos anschauen zu können.
Kosten
Kostenpflichtig wird es nur, wenn auch Videos hochgeladen werden sollen. Dann fallen 14,99 € pro Monat bzw. 39,99 € pro Jahr an – pro Album, wohlgemerkt.
Datenschutz, Support
Alle Dienste, die in die App eingebunden sind, werden ausführlich in der Datenschutzerklärung aufgelistet.
Für den Support gibt es hier keine Online-Dokumentation, aber stattdessen einen Support Chat und eine kleine FAQ-Rubrik.
Pros und cons auf einen Blick
Familiengetümmel: Die flexible Variante

Familiengetümmel, eine App von weddies family GmbH, ist eine funktionale Family-Album-Alternative. Sie bietet alle grundlegenden Funktionen und hat seinen Server in Deutschland. Nachteil ist der begrenzte Speicherplatz, den du kostenpflichtig flexibel erweitern kannst.
Ersteinrichtung/Onboarding
Um ein Album anzulegen, musst du dich registrieren und deine Registrierung per Mail bestätigen. Dann kann es schon losgehen.
Alle Eingeladenen melden sich, wie bei den anderen Apps, mit ihrem Zugangscode an.
Ordnerstruktur und Zugriffsrechte
Die Ordnerstruktur ist fast eine Mischung aus den beiden vorherigen Apps, FamilyAlbum und celebrate.
Familiengetümmel hat nur ein Album, aber hierin kannst du beliebig viele Ordner und sogar Unterordner anlegen. So kannst du Fotos problemlos nach Jahr und Monat sortieren und nebenher noch weitere thematische Ordner einrichten (Geburtstage, Urlaub, ein besonderer Nachmittag…). Deiner Fantasie sind also fast keine Grenzen gesetzt.
Die Einladungen verschickst du wie bei FamilyAlbum nur einmalig. Es gibt also nicht pro Ordner einen Code. Wer dann tatsächlich welche Ordner und Unterordner sehen darf, wird mit der Zugriffsverwaltung gesteuert.
Standardmäßig gibt es zwei Berechtigungsgruppen:
Im Gegensatz zu FamilyAlbum kannst du bei Familiengetümmel auch in der kostenfreien Version individuelle Berechtigungsgruppen erstellen und legst dann je Gruppe fest: Auf welche (Unter-) Ordner des Albums darf die Gruppe zugreifen? Darf sie ansehen, hochladen, herunterladen, löschen?
Grundsätzlich ist diese Berechtigungsverwaltung eine sehr gute Idee. Leider funktioniert die Verwaltung in der App nicht so gut, so dass du dies lieber in der Desktop-Version erledigen solltest.
Kommentare können nur für das gesamte Album aktiviert/deaktiviert werden.
Funktionen, Bedienung
Die Funktionen decken sich weitestgehend mit denen der anderen Apps:
Leider können Fotos nicht als Favoriten gespeichert werden.
Ein Minuspunkt ist auch die Performance der App. Das Hochladen dauert ein wenig und es scheint diverse kleinere Bugs zu geben. Zum Beispiel hatte ich den Fall, dass ein Foto nicht mehr weiter gedreht wurde, egal, wie oft ich drauf getippt hatte. Später stellte ich fest, dass es doch gedreht wurde, aber es dauerte anscheinend sehr lange.
Extras, Besonderheiten
Die Desktop-Version bietet alle Funktionen der App und ist daher besonders praktisch. So können Fotos einfach hoch- und runtergeladen als auch angeschaut werden. Sogar die Zugriffsverwaltung ist wie erwähnt möglich und würde ich dir auch hierüber empfehlen.
Es gibt ein paar kleine Zusatzfunktionen im Vergleich zu den anderen Apps: Die Reihenfolge der Bilder im Album kann getauscht werden. Zudem kannst du Fotos auch in einen anderen Ordner verschieben, was ich sehr praktisch finde.
Kosten
In der kostenfreien Version gibt es alle Funktionen, aber „nur“ 20 GB Speicherplatz für Fotos und Videos. Kostenpflichtige Versionen haben mindestens 200 GB Speicherplatz und sind ab 3,99 Euro pro Monat bzw. 39,99 Euro pro Jahr erhältlich.
Datenschutz, Support
AGB, Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen sind direkt bei Registrierung verlinkt. Positiv ist, dass laut Website die Daten auf Servern in Deutschland gespeichert werden.
Leider gibt es keine Online-Dokumentation und auch keine direkte Kontaktmöglichkeit in der App. Wenn du eine Frage hast, kannst du dich per E-Mail an die weddies family GmbH wenden (Mail-Adresse steht auf der Website).
Pros und cons auf einen Blick
Fazit
Wie so oft gilt auch hier: Alles Gute hat mensch nie beisammen. Alle drei getesteten Apps – FamilyAlbum und die Alternativen celebrate und Familiengetümmel – haben Vor- und Nachteile, so dass du abwägen solltest, was dir besonders wichtig ist.
Am einfachsten ist es, wenn du deine Favoriten selbst ausprobierst. So lernst du am besten, welche Anwendung zu den Bedürfnissen deiner Familie passt.
Falls dich interessiert, wie dokumentarische Familienfotos eigentlich aussehen, schau gern in mein Portfolio rein. Und manchmal ist es auch schön, die Kamera einfach mal beiseite zu legen und stattdessen selbst ganz im Moment zu sein – für genau diese Momente bin ich als Familienfotografin in Berlin zur Stelle! Schreib mir einfach, wenn du mehr dazu erfahren möchtest. Die entstandenen Bilder kannst du dann übrigens auch wunderbar über eine dieser Apps mit allen teilen. 🙂
Schreib mir auch gern, für welche App du dich entschieden hast oder ob du Fragen zum Thema dokumentarische Familienfotografie hast. Ich freue mich auf deine Nachricht!
PS: Und da wir alle nicht vorsichtig genug sein können in den Untiefen des Internets, gebe ich dir auch gern ein paar Tipps mit, wie du Gesichter ganz einfach unkenntlich machen kannst.
Transparenz
Ich erhalte weder Geld noch Werbegeschenke von den oben namentlich genannten Unternehmen. Ich habe hier vollkommen unabhängig meine persönlichen Erfahrungen mit den vorgestellten Apps geschildert, um dir eine Entscheidungshilfe an die Hand zu geben.






