Bilder richtig aufhängen: Der ultimative Guide für deine Familienfotos

Willkommen zu Teil 2 der Blog-Miniserie „Familienfotos rahmen und aufhängen“! Im ersten Teil hast du gelernt, wie du den perfekten Bilderrahmen für dein Lieblingsfoto findest. Jetzt geht’s darum, wie du dein Bild richtig aufhängst – ohne deine Wand mit unnötigen Löchern zu übersäen.
 
In diesem Teil konzentrieren wir uns auf das Aufhängen eines einzelnen Bildes – die Grundlagen, die du brauchst, bevor du dich an größere Projekte wagst. Wie du mehrere Bilder kombinieren oder eine ganze Bilderwand gestalten kannst, erfährst du in Teil 3.

Du hast endlich den Bilderrahmen für dein Lieblingsfoto gekauft und es sieht wundervoll darin aus (Teil 1 ✓). Jetzt fragst du dich: Wie hängst du deinen Bilderrahmen richtig auf, ohne zehn Versuche zu brauchen?
 
Idealerweise hattest du beim Foto- und Bilderrahmenkauf schon eine ungefähre Vorstellung, wo dein neues Bild künftig hängen soll. Das hilft dir nämlich dabei, die richtige Größe zu wählen und einzuschätzen, ob der Rahmen zum Raum passt. Aber selbst wenn du das noch nicht bedacht hast – kein Problem. Gemeinsam finden wir jetzt den perfekten Platz.

Fotos aufhängen ist einfacher als du denkst. Versprochen.

Bilder richtig aufhängen beginnt mit der richtigen Höhe

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Bilder richtig aufhängen: Museen und Galerien zeigen Werke i. d. R. auch auf Augenhöhe. Quelle: Julia Coimbra, Unsplash, letzter Zugriff: 16.02.26.

Es gibt eine Faustregel, die fast immer funktioniert: Die Mitte deines Bildes sollte auf 145-155 cm Höhe sein.
 
Warum? Es fühlt sich natürlich an und ist bequem zum Anschauen, da es auf Augenhöhe hängt. Museen und Galerien hängen die ausgestellten Werke ungefähr so, wenn sie in Reihen angeordnet sind.
 
Ausnahme: Wenn alle in deinem Haushalt sehr groß oder etwas kleiner sind, kannst du die Höhe natürlich etwas anpassen. Aber für die meisten Menschen ist 145-155 cm ideal.
 
Wichtig bei hohen Altbaudecken: Auch wenn du 3,50 m oder höhere Decken hast, bleib bei der 145-155 cm-Regel. Sie gilt unabhängig von der Deckenhöhe – es geht schließlich um deine Augenhöhe, nicht um die Raumproportionen.

Bilderrahmen aufhängen über Möbeln

Wenn dein Bild über einem Möbelstück hängen soll, gelten andere Regeln. Die Unterkante des Rahmens sollte sich dann etwa 20-25 cm über der Möbeloberfläche befinden.
 
Warum das funktioniert: Es schafft eine visuelle Verbindung zwischen Möbel und Bild, ohne dass es zu eng wirkt. Das Bild gehört optisch zum Möbelstück statt irgendwo weit darüber zu schweben.
 
Gilt für: Sofas, Sideboards, Kommoden, Buffets, Betten – alles, worüber du ein Bild hängen möchtest.
 
Achtung bei Heizkörpern: Wenn sich unter deinem geplanten Hängungsort ein Heizkörper befindet, sei vorsichtig. Die aufsteigende Wärme kann auf Dauer Holzrahmen verziehen und Fotos ausbleichen lassen. Halte mindestens 30-40 cm Abstand zur Heizkörper-Oberkante oder wähle einen anderen Platz. Bei modernen Flachheizkörpern mit geringer Wärmeabgabe ist das weniger kritisch, aber bei alten Rippenheizkörpern definitiv ein Thema.

Größe und Proportionen im Raum

Du hast in Teil 1 schon einiges über Bildgrößen gelernt. Hier nochmal die wichtigsten Punkte speziell fürs Aufhängen:

Bilderrahmen im Verhältnis zu Möbeln:
Dein gerahmtes Bild sollte etwa 1/2 bis 3/4 der Breite deines Möbelstücks darunter haben. Ein winziges 13×18 cm-Bild über einem 2 m breiten Sofa? Geht unter. Ein riesiges 70×100 cm-Bild über einem schmalen Flurtisch? Wirkt leeeicht erdrückend. 😉
Bild hängt an einer freien Wand:
Du hast eine leere Wand ohne Möbel darunter? Go big. Ein einzelnes kleines Bild an einer großen Wand verschwindet einfach.
Lass Luft zum Atmen:
Bilder sollten nicht die Decke berühren, nicht an Möbelkanten anstoßen, nicht ohne ein bisschen Luft in Ecken gequetscht werden. Gib dem Bild Raum, lass die Wand das Bild „halten“.

Typische Situationen – Wo genau Familienfotos aufhängen?

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Bilder richtig aufhängen: Bei einem Solo-Bild über dem Sofa kommt es nicht nur auf die richtige Höhe, sondern auch die Größe des Rahmens an. Quelle Foto-Grundlage: Julia, Unsplash, letzter Zugriff: 16.02.26.

Manchmal hilft es, konkrete Beispiele zu haben. Hier sind häufige Szenarien:

Situation 1: Große leere Wand mit Sofa darunter
Hier kombinierst du zwei Regeln: Fang mit der Bildmitte bei 145-155 cm an. Wenn das zu nah am Sofa ist (weniger als 20 cm zwischen Sofa-Oberkante und Bild-Unterkante), geh ein bisschen höher. Die Unterkante sollte mindestens 20-25 cm über der Sofalehne sein. Bei der Größe nicht zu zaghaft sein – über einem Sofa darfst du größer denken.
Situation 2: Flur oder Wand ohne Möbel
Hier ist es am einfachsten: 145-155 cm Bildmitte vom Boden, fertig. Flure sind übrigens perfekt für Familienfotos geeignet – nutze diesen oft unterschätzten Raum! Überlege, aus welcher Richtung du normalerweise kommst und was du siehst, wenn du auf das Bild zugehst. Passt die Höhe aus dieser Perspektive?
Situation 3: Über dem Bett
Hast du ein Kopfteil? Dann 15-25 cm über der Oberkante des Kopfteils. Kein Kopfteil? Dann lass noch etwas mehr Platz, versuche mal 40-50 cm. Warum nicht einfach 15-25 cm über deiner Matratze, wenn du kein Kopfteil hast? Einfach, weil du dran stoßen könntest – anlehnen an die Wand wäre dann auch nicht mehr möglich.
Situation 4: Über Sideboard oder Kommode
20-25 cm über der Möbeloberfläche für die Unterkante des Bildes. Und denk an die Breiten-Regel: Das Bild sollte etwa 2/3 bis 3/4 der Möbelbreite haben. Zu klein wirkt verloren, zu groß erdrückt das Möbelstück optisch.

Bilder richtig aufhängen: Welche Befestigung für welchen Untergrund?

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Bilder richtig aufhängen: Damit es an der Wand hängen bleibt, kommt es auf die richtige Befestigung an. Quelle: hosein zanbori, Unsplash, letzter Zugriff: 16.02.26.

Bevor du zum Hammer greifst, musst du wissen: Was ist das für eine Wand? Und wie schwer ist der Bilderrahmen? Davon hängt ab, wie du deine Fotos aufhängen kannst und solltest.

Welche Wand habe ich?
Mach den Klopftest: Klopfe mit dem Fingerknöchel an die Wand.
 

Klingt es voll/dumpf? → Massive Wand (Beton, Vollziegel, Kalksandstein)
Klingt es hohl? → Hohlwand (Gipskarton, Rigips)

WICHTIGER HINWEIS

Die folgenden Tipps dienen als Orientierung basierend auf gängigen Empfehlungen. Jede Wand ist anders, und ich kann keine Garantie oder Haftung dafür übernehmen, dass die genannten Befestigungen in deinem spezifischen Fall halten. Im Zweifel hole dir professionellen Rat ein oder frage im Baumarkt nach einer individuellen Beratung für deine konkrete Situation.

Massive Wände (Beton, Vollziegel, Kalksandstein):
Leichte Bilder (bis ca. 1 kg): Ein oder zwei einfache Stahlnägel, die du schräg nach oben einschlägst, sollten reichen. Alternativ Klebehaken nutzen (Untergrund beachten! Tapete, glatt etc.).
Schwerere Bilder (ab 1 kg): Hier nimmst du besser Dübel und Schrauben. Bohren, Dübel rein, Schraube rein.
Hohlwände (Gipskarton, Rigips):
Hier wird’s knifflig, weil normale Nägel nicht gut halten.
Leichte Bilder (bis ca. 1 kg): Selbstklebende Haken können eine gute Alternative sein.
Mittelschwere bis schwere Bilder (ab 1 kg): Nutze spezielle Gipskartondübel oder Hohlraumdübel – z. B. Klappdübel, Spiraldübel oder Hohlraumanker. Diese spreizen sich hinter der Wand und verteilen das Gewicht.
Alte Wände (Lehm, brüchiger Putz, poröses Material):
Vorsicht beim Hämmern – der Putz kann abplatzen. Teste erst an einer unauffälligen Stelle. Eventuell lieber bohren statt hämmern. Und auch dann kann es tricky werden. Die Wände in unserer Wohnung bspw. sind eine kleine Wundertüte: manchmal Beton, dann Ziegel, woanders so porös, dass wir die Dübel mit schnelltrocknendem Mörtel förmlich einmauern mussten, damit der Wandschrank hält. Arbeite hier also besonders behutsam.
Fliesen:
Nur bohren, niemals hämmern! Nutze einen Glasbohrer oder Fliesenbohrer und passende Dübel. Klebe vorher ein Stück Malerkrepp auf die Fliese – das verhindert, dass der Bohrer abrutscht. Tipp: Bohre lieber in den Fugen, wenn möglich.

Schnellcheck – Welche Befestigung für welches Gewicht?

• bis 1 kg: Einfacher Nagel, Klebestreifen, selbstklebende Haken
• 1-5 kg: Stahlnagel schräg eingeschlagen (massive Wand), Dübel und Schrauben, bei Hohlwänden: Hohlraumdübel, je nach Tragkraft selbstklebende Haken
• 5-10 kg: Dübel und Schrauben, bei Hohlwänden: robuste Hohlraumanker
• über 10 kg: längere Dübel und Schrauben für eine tiefere Verankerung in der Wand, Tipp: Die Tragkraft von Dübeln ist abhängig vom Untergrund und steht i. d. R. auf der Dübelverpackung
 
Zwei Befestigungspunkte für große Bilderrahmen: Bei größeren Bilderrahmen (ab ca. 50×70 cm oder größer) lohnt es sich, mit zwei Schrauben zu arbeiten statt nur mit einer. Das Bild hängt dann garantiert gerade und kann sich nicht verschieben. Mehr dazu weiter unten in der Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Bilderrahmen aufhängen – Schritt für Schritt

bilder richtig aufhaengen messen
Bilder richtig aufhängen: So findest du die ideale Position für deinen Nagel/deine Schraube (vgl. Schritt 3).

Was du brauchst:

Hammer (oder Bohrmaschine, je nach Untergrund)
Zollstock
Bleistift
Wasserwaage oder Linienlaser
passende Nägel, Dübel oder Haken für dein Wandmaterial und Bildgewicht

Schritt 1: Entscheide, wo es hin soll

Halte den Rahmen an die Wand. Schiebe ihn herum, bis es sich richtig anfühlt. Nutze die Regeln von oben als Orientierung (145-155 cm Bildmitte oder 20-25 cm über Möbel).
 
Der Zeitungspapier-Trick: Schneide ein Stück Zeitungspapier, Packpapier o. ä. in der exakten Größe deines Rahmens aus. Klebe es mit Malerkrepp an die Wand. Lebe ein paar Stunden oder einen Tag damit. Passt die Position? Fühlt sich die Größe richtig an? Dann weißt du genau, wo’s hingehört. Das verhindert Fehlbohrungen und gibt dir Sicherheit.

Markiere die Stelle leicht mit Bleistift.

Schritt 2: Miss deinen Rahmen

Drehe den Rahmen um. Miss von der Oberkante des Rahmens bis zur Aufhängung (Draht, Öse oder Haken auf der Rückseite).
 
Wichtig: Wenn dein Rahmen einen Aufhängedraht hat, ziehe ihn straff nach oben und miss dann – der Draht spannt sich beim Aufhängen und genau diese Position brauchst du.

Schreib diese Zahl auf. Das ist dein Abstand von Rahmenoberkante zu Aufhängepunkt.

Schritt 3: Markiere die Wand

Jetzt musst du ein kleines bisschen rechnen:

Entscheide, wo die Bildmitte sein soll (meistens 145-150 cm vom Boden). Markiere diese Höhe mit einem kleinen Bleistiftstrich an der Wand.
Miss von dieser Markierung NACH OBEN die halbe Bilderrahmenhöhe. Markiere auch diesen Punkt. Das ist jetzt die Oberkante deines Rahmens.
Von diesem Punkt miss NACH UNTEN deine Zahl aus Schritt 2 (der Abstand von Oberkante zu Aufhängung). Markiere diesen Punkt deutlich. Hier kommt dein Nagel oder deine Schraube hin.
Beispiel: 40 cm hoher Bilderrahmen, 8 cm zwischen Rahmenoberkante und Aufhängung:
• Bildmitte soll bei 150 cm sein → markieren
• miss nach oben 20 cm (= halbe Bilderrahmenhöhe) → 170 cm → markieren (= Oberkante des Rahmens)
• miss nach unten 8 cm (Abstand zur Aufhängung) → 162 cm → hier kommt der Nagel/die Schraube hin

Schritt 4: Leitungen prüfen (falls du bohrst)

Bevor du bohrst: Nutze einen Leitungssucher (gibt’s ab ca. 20-30 € im Baumarkt oder bestimmt auch zum Ausleihen), um sicherzustellen, dass sich an der markierten Stelle keine Strom- oder Wasserleitungen befinden. Fahre mit dem Gerät über die Wand – es piept oder zeigt an, wenn eine Leitung erkannt wird.

Falls was gefunden wurde: Markierung ein paar Zentimeter nach links oder rechts verschieben und nochmal prüfen. Alternativ kannst du natürlich auch einen anderen Hängungsort suchen.

Gerade in Altbauten kann man nie genau wissen, wo Leitungen verlaufen – ich spreche da leider aus Erfahrung. Wir hatten auch schon mal ein Kabel erwischt, mit Glück im Unglück. Der Elektriker konnte ein parallel laufendes Kabel für unsere Deckenlampe nutzen, so dass nicht unsere Wand aufgestemmt werden musste. Glaub mir, das willst du auch nicht.

Schritt 5: Befestigung anbringen

Bei Nägeln:
Hämmere deinen Nagel in einem leichten Aufwärtswinkel (ca. 45°) in die Wand – das hilft beim Halten, weil der Nagel nicht so leicht rausrutscht. Lass ihn erst ein bisschen rausstehen (ca. 0,5-1 cm).
 
Bei Dübeln:
Bohre das Loch (passende Bohrergröße zum Dübel!), stecke den Dübel rein. Sitzt er fest? Dann drehe die Schraube rein. Lass auch hier die Schraube erst ein bisschen weiter rausstehen.
 
Bei zwei Befestigungspunkten (große Rahmen):
Bei großen bzw. schweren Bilderrahmen bietet es sich an, zwei statt nur eine Schraube zum Aufhängen zu nutzen. In diesem Fall misst du den genauen Abstand zwischen den beiden Aufhängeösen auf der Rückseite deines Rahmens. Legst du den Rahmen stattdessen direkt auf die Schrauben (haben wir schon öfter gemacht), setze sie möglichst weit in die oberen Ecken des Bilderrahmens.
 
Übertrage den gemessenen Abstand auf die Wand (beide Befestigungspunkte auf gleicher Höhe!). Nutze die Wasserwaage, um sicherzustellen, dass beide Markierungen wirklich waagerecht zueinander sind. Dann beide Löcher bohren.

Schritt 6: Aufhängen und ausrichten

Häng das Bild auf. Jetzt kommt die Wasserwaage zum Einsatz: Lege sie auf die Oberkante des Rahmens. Ist die Blase in der Mitte? Perfekt. Richte das Bild aus, bis es waagerecht ist.
 
Passt alles? Dann kannst du den Nagel fast ganz reinhämmern bzw. die Schraube noch ein Stück reindrehen (aber nicht zu fest – Vorsicht bei Hohlwänden!).

Schritt 7: Zurücktreten und prüfen

Tritt ein paar Schritte zurück. Prüfe nochmal:

Ist es wirklich gerade (Wasserwaage nochmal checken)?
Fühlt sich die Höhe richtig an?
Wirkt es ausgewogen mit den Möbeln/im Raum?
Stört dich irgendetwas?

Wenn etwas komisch aussieht, ist jetzt der Zeitpunkt zum Korrigieren. Lieber einmal mehr nachjustieren als dich ewig über ein schief hängendes Bild zu ärgern.

Häufige Fehler beim Bilder aufhängen und wie du sie vermeidest

Fehler #1: Zu hoch hängen

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Bilder richtig aufhängen: Das Solo-Bild knapp unter die Altbau-Decke hängen? Keine gute Idee. Foto-Grundlage: Lisa Anna, Unsplash, letzter Zugriff: 16.02.26.

Der häufigste Fehler überhaupt: Bilder zu hoch aufhängen, fast an der Decke, so dass du den Kopf in den Nacken legen musst und die Bilder bezugslos im Raum schweben.

So vermeidest du’s: Bildmitte bei 145-155 cm vom Boden. Augenhöhe ist ideal.

Der Schnelltest: Stell oder setz dich da hin, wo du das Bild normalerweise betrachten würdest. Musst du nach oben schauen? Dann ist es zu hoch. Das Bild sollte bequem in deinem natürlichen Blickfeld liegen.

Fehler #2: Keine Wasserwaage benutzen

„Sieht doch gerade aus“ – ist es aber manchmal nicht. Unsere Augen lassen sich leicht täuschen, besonders, wenn wir direkt davor stehen. Auch dann, wenn wir „ein gutes Augenmaß“ haben.

So vermeidest du’s: Wasserwaage oben auf den Rahmen legen und Rahmenposition korrigieren. Hast du mit zwei Nägeln bzw. Schrauben gearbeitet, bleibt nur: Neu hämmern/bohren oder mit dem schiefen Rahmen leben.

Fehler #3: Falsche Befestigung für Untergrund oder Gewicht

Ein schwerer Rahmen mit einem dünnen Nagel in einer Hohlwand – kann nicht gut gehen. Das Bild fällt wahrscheinlich irgendwann runter. Oder umgekehrt: Ein leichter Rahmen mit überproportional großen Schrauben in einer perfekten Wand – Overkill und unnötig viel Aufwand.
 
So vermeidest du’s:
• Check deine Wand (klopfen: hohl oder massiv?)
• Wiege oder schätze dein Bild (zur Not: vergleiche mit einer Packung Mehl oder Zucker)
• Wähle die passende Befestigung aus dem Abschnitt oben
• Im Zweifel: lass dich im Baumarkt beraten

Fehler #4: Schätzen statt messen

Schweizer-Käse-Wand, weil du dachtest, das passt schon? Sieht nicht schön aus und ist später mühsam zu reparieren.

So vermeidest du’s:
• Miss sorgfältig (zweimal messen, einmal bohren!)
• Nutze den Zeitungspapier-Trick für die grobe Position
• Lass die endgültige Markierung ggf. einen Tag sacken, bevor du bohrst
• Geduld verhindert Flickwerk

Doch ein Loch an der falschen Stelle? Das kannst du tun:
• Kleine Nagellöcher: Mit Spachtelmasse füllen, trocknen lassen, glatt schleifen, überstreichen
• Größere Dübellöcher: Mit Reparaturspachtel füllen, eventuell in zwei Durchgängen, dann schleifen und streichen – bitte kein Acryl reinspritzen!
• Oder: Das neue Loch so setzen, dass das alte vom Rahmen verdeckt wird

Fehler #5: Proportionen ignorieren

Winziges Bild über riesigem Sofa. Oder umgekehrt: Riesenbild über schmalem Sideboard. Beides wirkt unausgewogen und „falsch“, auch wenn du vielleicht nicht genau sagen kannst, warum.

So vermeidest du’s:
• Nutze die Faustregel für Bilder über Möbeln (Bildbreite sollte 2/3 bis 3/4 der Möbelbreite sein)
• An freien Wänden: im Zweifel größer
• Tritt zurück und schau dir das Gesamtbild an
• Nutze den Zeitungspapier-Trick, um die Größe vorab zu testen
 
Wenn’s zu klein wirkt: Eventuell ein größeres Bild nutzen oder eine kleine Gruppierung statt Einzelbild (z. B. ein Paar oder Trio).

Wenn’s zu groß wirkt: Seltener das Problem, aber wenn: kleineres Bild wählen oder Bild an eine andere, größere Wand hängen.

Fehler #6: Perfektionismus-Lähmung

Der Bilderrahmen liegt monatelang auf der Kommode, weil du den „perfekten“ Platz suchst oder Angst vor dem ersten Loch in der Wand hast. Du recherchierst, zweifelst, verschiebst – und am Ende passiert… nichts. 😩

So vermeidest du’s:
• Unperfekt aufgehängt ist besser als gar nicht aufgehängt
• Du kannst es immer noch umhängen, wenn’s dich stört
• Spachtelmasse und Farbe reparieren Nagellöcher problemlos
• Experimentieren ist okay – so lernst du, was für dich funktioniert
• Setze dir ggf. eine Deadline: „Am Sonntag hängt das Bild, egal was“

Checkliste: Bevor du deine Familienfotos aufhängst

Bevor du Hammer oder Bohrmaschine in die Hand nimmst, geh diese Checkliste durch:

Untergrund geprüft (massiv oder hohl)? Klopftest gemacht?
Bildgewicht geschätzt oder gewogen? Passt zur geplanten Befestigung?
Passende Befestigung besorgt (Nagel, Dübel, Hohlraumdübel etc.)?
Position grob festgelegt (ggf. mit Zeitungspapier simuliert)?
Höhe berechnet und markiert (145-150 cm Bildmitte oder 20-25 cm über Möbel)?
Endgültige Nagel-/Schrauben-Position markiert?
Wasserwaage, Zollstock, Bleistift, Hammer/Bohrmaschine griffbereit?
ggf. Akku der Bohrmaschine geladen?

Mit deinem Bild leben

Lass es wirken:
Neue Bilder sehen manchmal ein paar Tage lang „falsch“ aus. Dein Auge muss sich an die Veränderung im Raum anpassen – an die neue Farbe, die neue Form, den neuen Blickfang. Lebe eine Woche damit, bevor du Änderungen machst. Oft gefällt dir nach ein paar Tagen, was anfangs komisch wirkte. Und manchmal merkst du erst nach einer Woche, dass es doch nicht der richtige Platz ist – auch das ist okay.
 
Pflege:
Staub gelegentlich ab (vor allem die Rahmen-Oberkante sammelt gern Staub). Check ab und an mal, ob es noch gerade hängt – Bilder können verrutschen, besonders bei Holzwänden, durch Erschütterungen oder wenn jemand beim Saubermachen dagegen kommt. Aber vor allem: Genieß den Anblick. Dafür hängt es da.
 
Wann das Foto wechseln:
Wenn du es satt hast, es anzuschauen (passiert selten bei echten Lieblingsfotos, aber kann vorkommen). Wenn du ein neues Lieblingsfoto hast, das diesen Platz verdient. Saisonal, wenn du Lust hast (Sommerfotos im Sommer, Herbstfotos im Herbst – oder andersherum, wenn dir danach ist). Oder nie – manche Fotos sind zeitlos und werden immer geliebt. Es gibt keine Regel, die sagt, dass du Bilder regelmäßig austauschen musst.
 
Von hier aus aufbauen:
Wenn du deinen ersten Rahmen liebst, überleg dir einen zweiten. Oder einen dritten. Vielleicht möchtest du eine kleine Gruppe oder sogar eine ganze Bilderwand gestalten – genau darum geht’s in Teil 3. Aber lass dir Zeit dabei, denn es soll ja Spaß machen und keine Pflichtveranstaltung werden.

Schlusswort

Du weißt jetzt, wie du dein Bild richtig aufhängst – vom richtigen Untergrund über die perfekte Höhe bis zur sicheren Befestigung. Kein Rätselraten mehr, keine unnötigen Bohrlöcher, nur dein Lieblingsfoto an der richtigen Stelle.
 
Und genau darum geht’s: Dass deine Erinnerungen – das erste Lächeln am Morgen, die kleinen Hände in deinen, der ganz normale Dienstagnachmittag – nicht nur auf deinem Handy existieren, sondern dich jeden Tag begleiten. An deiner Wand. In deinem Zuhause.
 
Im dritten und letzten Teil dieser Serie schauen wir uns an, wie du mit mehreren Bildern arbeitest – von kleinen Bildpaaren bis zu ganzen Bilderwänden. Wie kombinierst du Bilder harmonisch? Welche Layouts funktionieren? Wie planst du eine Bilderwand? All das kommt in Teil 3.
 
Bis dahin: Häng dein Familienfoto auf. Erfreu dich dran. Und wenn du merkst, dass ein Bild nicht genug ist, dass du mehr von eurem echten Leben an deinen Wänden sehen willst – nicht nur das eine perfekte Foto –, weißt du ja jetzt, wo du mich findest. 😉
 
Bei meinen dokumentarischen Familien-Fotoshootings in Berlin bin ich dabei, wenn das Leben passiert: im Alltag, in der Schwangerschaft, im Wochenbett. Du und deine Familie, meine Kamera und ich. Kein Schnickschnack, keine Posen – nur das, was wirklich zählt. Und das seid ihr.
 
Schau dir gern mein Portfolio an. Und wenn du bereit bist für eure ganz persönliche Familienbegleitung, dann schreib mir. Ich freue mich auf euch.

Das war Teil 2 der Miniserie „Familienfotos rahmen und aufhängen“. Zur Übersicht: Teil 1 – Den richtigen Rahmen finden · Teil 3 – Bilder anordnen an der Wand: Von Bildpaaren bis zur Familienfoto-Galerie

Quelle Titelbild: insung yoon, Unsplash, letzter Zugriff: 27.02.26.Quelle Titelbild: Kristyna Squared.one, Unsplash, letzter Zugriff: 16.02.26.

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