Wie ich meine Liebe für die Fotografie entdeckte: Eine kleine Geschichte in Fragmenten

Hej hej! Ich dachte, ich erzähle dir einfach mal, wie meine Reise in die Welt der Fotografie begann. Es ist keine Geschichte à la „Mit 6 bekam ich meine erste Kamera und seitdem fotografiere ich“. Meine Beziehung zur Fotografie ist eher wie ein Puzzle, das Stück für Stück ein Gesamtbild ergibt. Ein paar dieser Puzzlestücke habe ich hier für dich niedergeschrieben.

Die Reihenfolge ist nur ungefähr chronologisch, denn mein Gedächtnis weiß es nicht mehr besser…

I Die singende Kamera

Ich erinnere mich lebhaft an einen roten Fotoapparat, der in einem weißen Etui mit bunten Sprenkeln „wohnte“. Sie hatte einen Knopf vorne, der „Wow, I feel good“ spielte, wenn man ihn drückte. Das Teil fand ich immer witzig, aber Fotos wollte ich nicht damit machen. Außerdem gehörte der Apparat sowieso meiner Schwester.

II Filmabenteuer

Früher brachten meine Schwester und ich oft Filme zu Rossmann und holten die fertig entwickelten Fotos auch wieder ab. Ich weiß noch genau, wie wir in dem engen Laden standen und uns durch die herausziehbaren Schubladen wühlten. Wer die nun fertigen Fotos gemacht hatte, weiß ich nicht mehr, aber ich bin relativ sicher, dass ich es nicht war.

III Magische Welten

Im Wohnzimmer meiner Eltern gibt es einen Schrank voller Fototaschen mit entwickelten Bildern. Seit jeher stöbere ich unheimlich gern darin. Hier habe ich auch das Bild gefunden, das du oben von mir siehst. Yep, das bin ich. 🙂

Je älter die Fotos sind, desto magischer ziehen sie mich in den Bann. Am liebsten schaue ich Bilder an, auf denen meine Eltern selbst noch Kinder sind. Für mich gibt es nichts Faszinierenderes als in diese mir unbekannte Lebenswelt einzutauchen.

IV Fotogeschenke

Dokumentarische Familienfotografie Berlin, the family lens
Im Flur bei meinen Eltern hängen Familienfotos und Collagen.

Ich habe schon immer am liebsten Fotogeschenke verschenkt. Fotos auf Tassen, Fotobücher, Fotocollagen auf Leinwänden zum Geburtstag. Meine Familie kann bestätigen, dass sich an meiner kleinen Obsession nichts geändert hat. Warum auch? Es gibt doch nichts Schöneres als persönliche Erinnerungen.

V Missgeschicke am Roten Meer

In Ägypten ließ ich versehentlich unseren Fotoapparat vom ankernden Boot ins flache Wasser fallen. Oder vielleicht wollte ich den Mama zuwerfen, kann auch sein. Ob er danach noch funktionierte? Weiß ich nicht mehr. Aber Mama war nicht so begeistert, das ist hängen geblieben… 😅

VI Total digital

Irgendwann gab es die erste digitale Kompaktkamera bei uns zu Hause. Im Urlaub stritten meine Schwester und ich öfter darüber, wer sie benutzen durfte. Papa bekam sie jedenfalls kaum noch zu Gesicht, glaube ich. XD Ich musste also auf den Geschmack gekommen sein mit dem Fotografieren. Die Sache ist nur: Ich kann mich nicht erinnern, fotografiert zu haben. Vielleicht ist es der berühmte flow, der mich packte und die Zeit im Rausch vergehen ließ?

VII Bilder „verschönern“

Ich erinnere mich jedenfalls genau daran, wie ich die Urlaubsfotos dann immer an Papas (Arbeits-) Laptop bearbeitete, wenn wir wieder zu Hause waren. Damals hatten wir nur diesen einen Laptop im Haus (die Anfänge der Computer in Haushalten… verrückte Zeit). Ich konnte mich stundenlang damit beschäftigen: Fotos in beschriftete Ordner sortieren und dann „verschönern“, wie ich es damals empfand.

Heute würde ich wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil ich die Fotos wohl eher verunstaltet hatte. Und damals wusste ich natürlich nicht, dass meine „Verschönerungen“ nicht rückgängig gemacht werden konnten (der Fluch von .jpg-Dateien). Oder dass jedes neue Abspeichern die Bildqualität noch ein bisschen verschlechterte. Ich weiß gar nicht, ob die Fotos noch auf irgendeiner Festplatte existieren. Ich habe sie seit vielen Jahren nicht mehr gesehen.

VIII Who would have thought?

Meine jüngste Schwester wird geboren. Schnell merke ich: Sie ist auf einmal meine größte Inspiration. Wir spielen zusammen, ich kümmere mich um sie, halte sie auf dem Arm bis sie einschläft, hole sie aus der Kita ab, wenn Mama noch auf Arbeit war. Durch unseren Altersunterschied erlebe ich ganz bewusst, wie sie wächst und lernt und die Welt entdeckt. Und ich liebe es, jeden ihrer kleinen Schritte in Bildern festzuhalten. Denn durch ihre Augen ist die Welt auf einmal ein großer Abenteuerspielplatz. Aber was mich am meisten inspiriert? Wie sie einfach frei von der Leber weg erzählt, was ihr so in den Sinn kommt. Diese Unbekümmertheit von Kindern ist einfach wundervoll, oder?

IX Sommerurlaub in Dänemark

Dokumentarische Familienfotografie Berlin, the family lens
Mein erstes Fotobuch. Seitdem sind noch ein paar mehr dazu gekommen.

Obwohl ich inzwischen 21 bin, fahre ich noch einmal mit meiner Familie in den Sommerurlaub nach Dänemark. Ich würde sagen: Hier habe ich meine Leidenschaft fürs visuelle Geschichtenerzählen so richtig entdeckt. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich meine eine Schwester, die nicht mitkommen konnte, am Urlaub teilhaben lassen wollte. Ich dokumentierte so ziemlich alles: unsere Ausflüge, das heruntergefallene Eis im Schlosspark, wie meine jüngste Schwester meinen Papa am Strand umarmt, die riesigen roten Äpfel, die an den Bäumen im Garten unseres Ferienhauses hingen.

Es war ein wunderschöner Urlaub, an den ich immer noch so gern denke. Und zu Hause versank ich wieder im Sortieren und Bearbeiten der Bilder. Außerdem designte ich nun zum ersten Mal ein Fotobuch, das ich direkt bestellen konnte. Ich hatte unglaublich viel Spaß dabei und konnte mich ewig damit beschäftigen. Das Fotobuch steht seitdem im Wohnzimmer bei meinen Eltern zu Hause. Und ab und zu hole ich oder jemand anderes es aus dem Regal, um in Erinnerungen zu schwelgen.

X Verpasste Chancen

Damals hätte ich eigentlich merken können, dass Fotografie genau mein Ding ist. Aber irgendwie hatte es nicht bei mir geklingelt. Auch nicht ein bisschen später, als ich ein Semester in Aarhus studierte und jeden Tag mit dem Klapphandy den Strand fotografierte (Der sah einfach jeden Tag anders aus!). Ich habe stattdessen viele andere Wege eingeschlagen, die überhaupt nichts mit dem Fotografieren zu tun haben. Nach Dänemark habe ich die Kamera immer stärker aus meinem Leben gedrängt. Eher unbewusst, aber das Ergebnis bleibt dasselbe.

XI Fotografieren? Nein, danke.

In dieser Fotografie-armen Zeit sagte mal mein Freund zu mir: „Ich finde, du machst total schöne Fotos. Willst du nicht doch mal die Kamera in die Hand nehmen?“ Er meinte damit seine Spiegelreflex. Ich lehnte immer entschieden ab. Das war mir nämlich alles viel zu kompliziert mit diesem Ding. Also blieb es dabei: Ich machte maximal mit dem Handy das ein oder andere Foto und genoss lieber den Moment. Den Wind im Gesicht, die Wärme auf der Haut, das sanfte Abendlicht. Den Duft der Sommerwiese, mein Freund neben mir. Das war mir wichtiger als dieses schwere, hochtechnische Gerät zu bedienen.

XII There and back again…

Dokumentarische Familienfotografie Berlin, the family lens
Meine wachsende Sammlung an Fotografie-Büchern.

Vor fünf oder sechs Jahren packte mich plötzlich die Neugier. Ich weiß wirklich nicht mehr, wie es dazu kam. Aber auf einmal hatte ich große Lust, diese Kamera meines Freundes – inzwischen eine spiegellose Systemkamera – zu verstehen. Mein Wissensdurst hatte zugeschlagen. Und wenn ich was lernen will, mache ich normalerweise keine halben Sachen.

Also fing ich an zu recherchieren. Irgendwann stieß ich auf ein Reiseblogger-Paar und kaufte kurzerhand ihr E-Book über das Fotografieren im manuellen Modus. Ich wollte es von Anfang richtig lernen, das war mir klar. Nix mit Automatikmodus, das hatte ich ja schon vor Jahren genug geübt. Ich verschlang das E-Book, danach die Bedienungsanleitung der Kamera und die Masterclass eines Fotografen zur Fotoentwicklung mit Lightroom. Ach ja, und noch mehr Bücher.

Dann ging ich los. Raus in den Kiez und endlich ausprobieren. Und was soll ich sagen? Seitdem gehe ich selten ohne Kamera aus dem Haus. Bei meinen Wanderungen durch Berlin und Brandenburg ist sie neben meinem Freund meine ständige Begleiterin. Zu Hause mit meiner Familie sowieso. Inzwischen frage ich mich, wie ich es all die Jahre überhaupt ohne Fotografieren ausgehalten habe. Es macht mich so glücklich.

Und seit ich Tante bin, erinnere ich mich wieder, wie ich überhaupt zur Fotografie gekommen bin: Meine jüngste Schwester ist irgendwie „schuld“ daran, dass ich neben Natur und Landschaft am liebsten Kinder und Familienleben fotografiere. Der Rest ist Geschichte, wie es so schön heißt.

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