Ein Fotobuch zu gestalten ist eine meiner liebsten Tätigkeiten überhaupt. Das ist für mich nämlich die schönste Art, Familiengeschichten mit Bildern zu erzählen.
In diesem Blogartikel zeige ich dir meinen persönlichen Ansatz, wie ich online ein Fotobuch erstelle und hoffe, dass er dich inspiriert und dir ein paar nützliche Tipps mit auf den Weg gibt.
Thema festlegen
Um die richtigen Fotos zu finden, lege ich immer als erstes das Thema des geplanten Fotoalbums fest und grenze es so weit wie möglich ein.
Ein Beispiel: Ich habe letztes Jahr ein Fotobuch unseres Bodensee-Urlaubs gestaltet. Ich hätte mich bei der Bildauswahl bspw. nur für Fotos von meinem Freund und mir entscheiden können (ein klassisches Familienalbum) oder stattdessen nur für Landschaftsbilder (ein Bildband). Aber ich habe mich für einen Mix aus beidem entschieden (ein Reisetagebuch), weil ich unseren Urlaub als Geschichte erzählen wollte. Wie auch sonst als dokumentarische Familienfotografin?! 😌
Mit einem klaren Thema wird die Bildauswahl einfacher, denn ich weiß genau, welche Bilder in Frage kommen und kann die zu sichtende Bildmenge besser einschätzen.
Bilder auswählen
Das Herzstück der Fotobuch-Gestaltung ist die Bildauswahl. Je nach Thema kann das schnell gehen oder länger dauern.
Ich finde es am einfachsten, alle relevanten Bilder in Lightroom zusammenzutragen. Da ich in der Regel nur mit Kamera fotografiere, habe ich meistens schon alle relevanten Fotos an Ort und Stelle. Selten kommen noch Handyfotos dazu. Mit einem durchdachten Sicherungsprozess geht das Wiederfinden auch hier relativ schnell. Die Fotos vom Handy importiere ich dann auch in Lightroom.
Als nächstes lege ich eine eigene Sammlung für das Fotoalbum-Projekt an und schiebe erstmal alle relevanten Bilder da rein.
Und dann geht es ans Aussortieren. Für das Bodensee-Fotobuch kamen z. B. 500-600 Bilder in Frage, aber nur etwa 100 landeten im Album. Weniger ist mehr: Nur die Bilder, die zur Geschichte beitragen, finden ihren Platz.
Erzählstruktur überlegen
Bevor ich Seiten gestalte, überlege ich noch, welche Erzählstruktur am sinnvollsten ist. Das kann z. B. thematisch, nach Orten oder Personen sein.
Ich gehe aber meistens chronologisch vor, da das Geschehen so auch Jahre später noch leicht zu erfassen sein wird. Eine Ausnahme: Bei zeitlosen Fotobüchern, bei denen Chronologie keine Rolle spielt, lasse ich mich bspw. von Orten leiten.
Seiten planen I

Jetzt plane ich die konkrete Seitenaufteilung. Dafür nutze ich PowerPoint, aber Miro funktioniert z. B. auch (vielleicht sogar besser…). Hauptsache, es ist ein möglichst großes Board, auf dem die ausgewählten Bilder frei hin- und hergeschoben werden können.
Ich lade alle Fotos in PowerPoint hoch und ordne sie grob nach der Erzählstruktur an. Jetzt habe ich schon eine grundsätzliche Reihenfolge, mit der ich weiterarbeiten kann.
Folgende Fragen stelle ich mir jetzt im Ordnungsprozess:
Ich achte stets darauf, dass alle Bilder auf einer Doppelseite inhaltlich zueinander passen, da so ein Fotoalbum eben immer als Doppelseite durchgeblättert und angeschaut wird.
Ich benutze nur wenige, schlichte Layout-Anordnungen, die ich innerhalb des Fotoalbums wiederhole. Selten habe ich mehr als zwei Fotos auf einer Einzelseite. Das gibt den Bildern den nötigen Raum zum „Atmen“. Auch hier ist es wichtig, das Layout immer als Doppelseite zu betrachten, um ein ausgewogenes und ruhiges Design zu erhalten.
Ich beschränke mich in der Regel auf Bildunterschriften bzw. Kapitelüberschriften, da mein Fokus auf den Fotos liegt und die Texte nur ergänzende Informationen enthalten (v. a. Orte, Zeitangaben). Dennoch müssen auch die Textbereiche direkt mitgedacht werden, damit sie wirklich Platz haben.
Ich schiebe die Bilder so lange hin und her, bis ich weiß, wie jede Doppelseite aussehen soll. So überlasse ich die Anordnung nicht der Fotolabor-Software, sondern erzähle die Geschichte selbst.
Warum ich das in PowerPoint mache und nicht direkt mit der Bestellsoftware? Weil ich unkompliziert Anordnungen ändern kann und alle Seiten und Bilder auf einen Blick sehe. Denn wenn so ein Fotobuch 50, 100 oder sogar noch mehr Seiten haben wird, finde ich es schnell sehr unübersichtlich und einengend in der Bestellsoftware.
Seiten planen II
Wenn ich mit der Planung der Doppelseiten fertig bin, prüfe ich noch, ob alle Bilder einer Doppelseite farblich und von der Belichtung her harmonieren. Falls nicht, nehme ich ggf. einzelne Korrekturen an den Fotos vor.
Album-Cover planen

Nun weiß ich sehr genau, wie die Doppelseiten des Fotoalbums aussehen werden. Anhand dieser großen Übersicht aller Seiten im Mini-Format bekomme ich auch eine Idee davon, welche Stimmung das Fotoalbum transportieren wird. Ist es ruhig? Fröhlich? Nostalgisch? Sinnlich usw.?
Diese Erkenntnis ist mir persönlich enorm wichtig. Mein Ziel ist es, schon mit dem Album-Cover die Atmosphäre zu erzeugen, die im Inneren des Fotoalbums darauf wartet, entdeckt zu werden. Und darum kümmere ich mich immer erst um die Seiten und danach um das Cover.
Allerdings lasse ich mich ebenso davon inspirieren, wie ich mich beim Fotografieren gefühlt habe. Das gibt mir zumindest eine grobe Richtung, in die ich mit dem Fotoalbum gehen möchte.
Aber zurück zum Album-Cover. Hier stelle ich mir v. a. die folgenden Fragen:
Wie das Album-Cover letztlich aussehen wird, hängt natürlich auch ein bisschen vom Angebot des Fotolabors ab. Deshalb ist das jetzt die heiße Phase, ein Hin und Her zwischen Fotoalbum-Planung und Auswahl des Fotolabors. Das eine bedingt das andere und umgekehrt. Ich merke beim Aufschreiben, dass das ein schwer zu beschreibender Prozess ist, den ich da intuitiv durchlaufe.
Fotolabor auswählen

Wie gerade angedeutet, hat das Fotolabor großen Einfluss auf die finale Gestaltung des Fotoalbums. Ist ja auch logisch: Der Anbieter macht bestimmte Vorgaben, an die ich mich dann halten muss.
Leider gibt es aktuell noch nicht das Angebot, das ich am liebsten hätte. Das habe ich nach einer ausgiebigen Marktrecherche festgestellt.
Ich habe aber zwei Fotolabore gefunden, die meinen persönlichen Auswahlkriterien „Qualität“, „Ästhetik“ und „Nachhaltigkeit“ am ehesten entsprechen: Saal Digital und Rosemood. Ideal fände ich eine Kombination ihrer beiden Angebote, aber gut. So wäge ich stattdessen schon während der Fotobuch-Planung ab, wo ich die Schwerpunkte setzen werde.
Da ich beide Angebote inzwischen ganz gut im Kopf habe, denke ich also über folgende Fragen parallel zur Planung nach:
Wenn alle Entscheidungen getroffen sind, geht es eigentlich ganz schnell. Denn das Fotoalbum ist ja schon fertig geplant. Mit der Fotolabor-Software muss ich dann „nur“ noch meine Planung in die Tat umsetzen.
Noch mal ein letzter kritischer Blick: Sind alle Fotos und Seiten enthalten und richtig angeordnet? Stimmen die Texte inhaltlich? Haben sich Rechtschreibfehler eingeschlichen? Sind Schriftarten, -größen und -farben korrekt? Habe ich Einband, Format und Papier ausgewählt wie vorgesehen?
Wenn alles passt, kann ich endlich bestellen. Yay!
Schlussgedanken
Nun hast du einen kleinen Einblick erhalten, wie ich ein Fotoalbum plane und online gestalte. Wie du siehst, stecke ich da immer ganz viel Herzblut rein, weil es für mich nichts Wundervolleres gibt als so einen analogen Schatz in den Händen zu halten.
Übrigens gestalte ich auch liebend gern euer persönliches Fotoalbum mit den Bildern, die während einer dokumentarischen Familienreportage entstanden sind. Falls du dich dafür interessierst, schreib mir einfach und ich schicke dir ein individuelles Angebot!
Transparenz
Ich erhalte kein Geld oder Werbegeschenke von den oben namentlich genannten Unternehmen. Ich nenne sie nur beim Namen, um dir mehr Transparenz über meine Arbeit als dokumentarische Familienfotografin zu ermöglichen.
Daher erwähne ich ebenfalls, dass ich ein Saal Digital Profikonto besitze.






