Dokumentarische Familienfotografie in Berlin: Ein Vormittag bei Familie M, B und Mini L

Es ist ein wunderbar sonniger und milder Dezembertag im Norden Berlins. Oberste Etage, typischer Altbau, und hinter der Tür: eine junge dreiköpfige Familie mit ihrem neun Monate alten Sohn L.

Mama M und Mini begrüßen mich an der Tür. Große blaue Augen schauen mich neugierig und ein bisschen verwundert an. Der Blick wandert zu Mama, die ermutigende Worte zuflüstert. Siehe da – schnell erscheint ein Lächeln in Minis Gesicht.

Entspannt starten

Im Wohnzimmer gesellt sich Papa B zu uns. Es folgt die übliche kleine „Aufwärmphase“, in der ich noch mal alle versichere, dass sie ganz entspannt sein dürfen. Anderthalb Stunden klingen vielleicht lang, aber die gehen ganz schnell vorbei, verspreche ich.

Der normale Rhythmus ist heute ein wenig durcheinander geraten, erzählt M. Mini ist nach einer unruhigen Nacht erst kurz vor meiner Ankunft wieder aufgewacht und trägt daher gerade nur eine Windel. Das Anziehen hat nicht mehr rechtzeitig geklappt. Muss wohl die Aufregung gewesen sein. 🙂 Aber genau das ist es, was ich an der dokumentarischen Familienfotografie so liebe: das echte Leben, nicht die perfekt inszenierte Kulisse.

Wenn die Kamera spannender ist als Mamas Milch

Die Dezembersonne strahlt durch die Dachterrasse ins Wohnzimmer. Mini spielt – nach wie vor nur in Windel gekleidet – etwas unmotiviert mit seiner Murmelbahn, sodass M ihn kurzerhand hochhebt und zum Stillen zum Sofa trägt.

Ja, Mamas Milch scheint er gut zu finden. Wäre da nur nicht das Klicken meines Kameraauslösers… Sofort dreht sich der kleine Kopf in meine Richtung. Das erlebe ich nicht zum ersten Mal. Und auch sonst ist die Kamera oft viel spannender als Mama und Papa und die vertrauten Spielsachen.

Mehrmals kommt Mini zu mir gekrabbelt, zieht sich an mir hoch und greift beherzt nach der Kamera, die er natürlich am liebsten ganz hätte haben wollen. Mega süß und keine Spur von Fremdeln.

Echtes Leben zwischen Tipi-Zelt und Bälle-Bad

Der Vormittag entwickelt sich zu einer wunderbaren Abfolge alltäglicher Momente: Verstecken spielen im Tipi-Zelt. Mit Mama im Spiegel betrachten. Toben im Miniatur-Bälle-Bad. Lauter Dinge, die den Alltag dieser Familie ausmachen.

M und B haben sich auch ein Porträt zu dritt gewünscht. Klar machen wir das, auch wenn es natürlich nicht mehr so ganz dokumentarisch ist. Die beiden setzen sich mit Mini auf dem Schoß aufs Sofa – Mini hat aber andere Pläne und nicht wirklich Lust darauf, kurz still zu sitzen. Alle drei gleichzeitig in die Kamera schauen? Fehlanzeige. Aber genau dadurch entstehen die süßesten Porträts: ein bisschen chaotisch, ein bisschen ungeplant, aber mit ganz viel Zauber. Genau richtig für diese Familie. Mission erfüllt!

Im „Spielkäfig“ wird’s kuschelig

dokumentarische Familienfotografie Berlin

Wir machen einen kurzen Ausflug ins Arbeitszimmer, wo das Laufgitter steht – von B liebevoll „Spielkäfig“ genannt. Mini ist kein großer Fan davon, erfahre ich, und ruckelt kräftig dran, wenn er mal darin warten muss.

Jetzt sitzen die drei zu dritt im kleinen Laufgitter, in dem auch noch das Bälle-Bad steht. Kuschelig ist es also schon mal, die Melodie des Tier-Mobile tut ihr Übriges. Mini ist für einen Moment ins Bälle-Bad vertieft, dann holt B ein Plüsch-Buch heraus. Gemeinsam üben sie Tierlaute, während M lächelnd zuschaut. Genau solche Momente sind es, die ich festhalten möchte: die kleinen Rituale, die in ein paar Jahren oder gar Monaten schon wieder ganz anders aussehen werden.

Vom Sofa in Papas Arme

dokumentarische Familienfotografie Berlin

Zurück im Wohnzimmer schaue ich bei einer Lieblingsbeschäftigung von Mini zu: Er rollt sich wagemutig vom Sofa und lässt sich von Papa auffangen. Ursprünglich wollten sie mal mit ihm üben, wie er sicher von allein vom Sofa kommt, erzählt B. Daraus ist stattdessen ein Spiel geworden.

Mini kichert vor sich hin, Papa ebenfalls, und M beobachtet das Ganze sehr amüsiert. Diese Leichtigkeit, dieses routinierte Miteinander – genau das macht eine dokumentarische Fotobegleitung aus.

Das große Finale: Bolognese-Brei überall

dokumentarische Familienfotografie Berlin

Als krönenden Abschluss gibt es noch eine Portion Bolognese-Brei für Mini, von Papa gefüttert. Es scheint zu schmecken, denn der Mund geht fleißig auf, wenn der Löffel angeflogen kommt. Wie sich das gehört, hat sich der Brei nicht nur um den Mund, sondern auch an den Händen verteilt – die ihn natürlich überall weiter verteilen, wo sie hinfassen.

Kurz vor dem Ende des Shootings schaut B auf die Uhr und sagt überrascht: „Das ging ja wirklich schnell vorbei!“ Hab ich doch versprochen. 🙂

Solche ganz alltäglichen Momente halte ich bei dokumentarischen Familienshootings in Berlin fest – ohne Posen, ohne Perfektion, aber mit ganz viel Leben. Wenn du neugierig geworden bist, schau gerne in meinem Portfolio vorbei oder schreib mir für deine eigene dokumentarische Familienreportage.

PS: Und falls du dich gewundert hast, warum das Gesicht von Mini nirgends zu sehen ist, lies gern mal in meinen Blogbeitrag „Kinderfotos im Netz: Warum ich als Familienfotografin keine Kindergesichter zeige“ rein.

Nach oben scrollen
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner